28.09.2018: Med. Gerätetraining steigert Wohlbefinden

Gerätetraining im arcanum- so bleiben Sie fit!

Spezielles medizinisches Gerätetraining im Gesundheitszentrum arcanum

Eine kraftvolle Muskulatur ist nicht nur die Grundlage für gute sportliche Leistungen. Sie dient vielmehr zahlreichen körperlichen Funktionen und hat sogar Einfluss auf die Psyche. Die Rumpfmuskulatur verleiht dem Oberkörper Haltung und Stabilität. Dazu wird die Wirbelsäule gestützt und entlastet. Die verbreitet auftretenden Rückenschmerzen können durch eine Stärkung der betroffenen Muskulatur häufig beseitigt oder gelindert werden. Eine Kräftigung der Muskulatur wirkt gegen Rückenbeschwerden vorbeugend. Außerdem entlastet und schont die Muskulatur auch die Gelenke. Die Muskulatur dämpft die auftretenden Krafteinwirkungen bei stoßförmige Belastungen wie beim Springen oder Laufen. Der starke Druck auf die Gelenke wird dadurch spürbar reduziert. Beim Verlust des Gleichgewichts und bei Stürzen kann durch eine gut entwickelte Muskulatur eine bessere Abwehrreaktion erfolgen. Mögliche Verletzungsfolgen können dadurch verhindert oder verringert werden. Muskeltraining kann sogar eine Senkung des Blutdrucks bewirken. Durch das Zusammenziehen und Entspannen von Muskeln wird das Blut in die Venen gepumpt (sogenannte Muskelpumpe). Ein höherer Muskelanteil verbrennt im Körper auch mehr Energie. Muskeltraining kann daher auch das Körpergewicht und die Figur begünstigen. Ein muskulöser Körper und ein aufrechter Gang verleihen Selbstbewusstsein und eine dynamische Ausstrahlung. Dies beeinflusst auch die Stimmung.


Trainingsgeräte und gezielte Übungen können den Muskelaufbau optimieren

Durch ein strukturiertes Gerätetraining können Sie nach Bedarf und Wunsch spezielle Muskelgruppen gezielt stärken. Neben den allgemeinen Vorteilen für die Gesundheit und Fitness ist ein Gerätetraining bei unfall- oder krankheitsbedingten muskulären Problemen hilfreich. Ein Gerätetraining zur Steigerung von Kraft und Ausdauer kann eine ideale Ergänzung zu einer physiotherapeutischen Behandlung sein. Neben manuellen Behandlungsmethoden oder dem Einsatz von Wärme leisten krankengymnastische Übungen am Gerät häufig einen wertvollen Beitrag zur Schmerzlinderung, Genesung oder Rehabilitation. Dazu bietet das medizinische Gerätetraining im Gesundheitszentrum arcanum hervorragende Bedingungen. Neben dem Aufbau der Muskulatur kann ein spezielles Gerätetraining auch auf die Beseitigung von Muskeldysbalancen (Muskelverkürzungen) und die Vorbeugung gegen Arthrose zielen. Zu den Vorteilen eines medizinischen Gerätetrainings im arcanum zählen:

• Basisanalyse und Erstellung eines persönlichen Übungs- und Trainingsplans

• Anleitung zu individuell angepassten Übungen und ständige Betreuung durch erfahrene Physiotherapeuten

• Effiziente kleine Trainingsgruppen von maximal 4 bis 5 Personen

• Geräuscharme Trainingsgeräte

• Auswertbare Trainingsdaten

• Großzügige Trainingszeiten

• Stilvolles, angenehmes Ambiente

Vorbereitung, Trainingsablauf, Service und Bezahlung

Gemäß aktuellen Studien können besonders bei schmerzhaften Rückenleiden ein Großteil von Rückenoperationen durch gezieltes medizinisches Gerätetraining vermieden werden. Durch einen persönlich ausgerichteten Trainingsplan kann die schwache Muskulatur wieder ausreichend gestärkt werden. Zuvor erfolgt eine gründliche Gesundheitsanalyse mit Beweglichkeitstests. Das Training findet an computerunterstützten Geräten unter fachkundiger Aufsicht und Kontrolle eines spezialisierten Physiotherapeuten statt. Eine Gerätenutzung setzt keine Vorkenntnisse oder Erfahrungen voraus. Als Serviceleistung stehen Ihnen kostenfreie Getränke zur Verfügung. Im Gesundheitszentrum arcanum trainieren Menschen aus allen Altersklassen. Die Medizinische Trainingstherapie (MTT) wird ab dem 16.Lebensjahr empfohlen. Bei 1-2 Trainingseinheiten pro Woche von je 60 Minuten Dauer zeigt sich in der Regel bereits nach 4-5 Wochen eine spürbare Verbesserung Ihrer Beschwerden. Das medizinische Gerätetraining erhöht Ihre Vitalität und das Wohlbefinden und trägt zur Entspannung Ihres Lebensalltags bei. Die Finanzierung des medizinischen Gerätetrainings erfolgt entweder über eine ärztliche Verordnung oder als Selbstzahler-Leistung. Die genauen Preise und weitere Informationen können Sie telefonisch erfragen oder bei einem Besuch im arcanum.

17.01.2018: Interdisziplinäre Zusammenarbeit bei neurologischen Patienten im arcanum

Interdisziplinäre Zusammenarbeit bei neurologischen Patienten im arcanum

Unsere Patienten sind Menschen, die von schweren neurologischen Erkrankungen betroffen sind. Um alle Möglichkeiten auszuschöpfen, diese Menschen nach einem Schlaganfall oder einem Schädel-Hirn-Trauma mit der bestmöglichen Lebensqualität, Beweglichkeit und Eigenständigkeit auszustatten, bündeln wir im arcanum die Fachkompetenz verwandter Disziplinen. Für die Betroffenen bedeutet das nicht nur kurze Wege, sondern auch einen fachlichen Austausch unserer Spezialisten.

Neurologische Störungen betreffen nur selten ausschließlich den Bewegungsapparat. Auch das Sprachzentrum und andere Fähigkeiten können in Mitleidenschaft gezogen werden. Oft braucht es einen langen Atem, aktives Mitwirken der Betroffenen und ein indivuiduell optimiertes Therapiekonzept, um diesen Menschen zu helfen. Das Prinzip Hoffnung leitet uns bei allem, was wir im arcanum tun.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit verbessert die Chancen

Die bei uns gebotenen Therapien greifen sinnvoll ineinander und bauen aufeinander auf. Wir vereinen Spezialisten aus den Bereichen Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie unter einem Dach. Außerdem bieten wir für neurologisch erkrankte Patienten mit Bewegungseinschränkungen verschiedenster Art zur Nachbehandlung und Verbesserung des Erreichten geeignete Sportkurse wie Rehasport, Medizinische Trainingstherapie (MTT), Yoga, Pilates oder Nordic Walking.

Sowohl nach einem Schlaganfall oder einem Schädel-Hirn-Trauma, als auch bei Multipler Sklerose, Parkinson oder Demenzerkrankungen kann die engmaschige Betreuung zu Fortschritten führen, die niemand anfangs für möglich gehalten hätte. Durch angemessenes und konsequentes Training und die behutsame Heranführung des Patienten an das jeweils Machbare fühlen sich die Betroffenen durch unser motiviertes Fachkräfte-Team gefördert und getragen. Lähmungen an einer Körperseite oder mehreren Gliedmaßen erfordern konsequentes Training und eine erhebliche Umstellung bei gewohnten Bewegungsabläufen. Es bedarf einiger Anstrengung aufseiten des Betroffenen, um nach neurologisch bedingten Mobilitätsverlusten wieder aktiv am Leben teilnehmen zu können.

Ähnliches gilt bei Spastiken, bei MS-bedingten Schüben, die auch das Bewegungszentrum betreffen oder nach einer schweren Schädelverletzung. Monatelanges Koma kann den Bewegungsapparat ebenso schwer in Mitleidenschaft ziehen wie die Sprechfähigkeit. Fähigkeiten, die ehemals selbstverständlich waren, sind verloren gegangen. Sie müssen mühsam neu erlernt werden. Auch eine fortschreitende Amyothrophische Lateralsklerose (ALS) oder eine Querschnittlähmung stellen die Betroffenen vor gravierende Probleme. Die sehr unterschiedlich bedingten Bewegungsstörungen können im Arcanum unterstützend behandelt und erheblich verbessert werden. Die Bündelung verschiedener Disziplinen erleichtert es den Betroffenen, diese anstrengende Arbeit erfolgreich zu bewältigen.

Verbesserte Mobilität bedeutet Lebensqualität

Der Vorteil der Bündelung von spezialisierten Fachkräften liegt im kompakten Therapieprogramm, in der hohen Fachkompetenz unserer Behandler und im menschlichen Miteinander. 

Das Vertrauen in die Kompetenz unserer erfahrenen Therapeuten motiviert die Patienten, trotz aller erlebten Einschränkungen nicht aufzugeben. Verschiedene Behandlungsansätze in einem Kompetenzzentrum zu bündeln, verhilft unseren Patienten zu mehr Mobilität und Selbstständigkeit. Mittels krankengymnastischer Übungen, manueller oder physikalischer Therapie, Sprachtraining oder gezielten ergotherapeutischen Anwendungen können einige der erlebten Einschränkungen in geduldiger Zusammenarbeit vollständig zurückgedreht werden. An anderer Stelle kann die Wahrnehmung der Reizleitung verbessert oder ein neu erlernter Bewegungsablauf besser koordiniert werden.

Was für den Einzelnen erreichbar ist, kann niemand vorhersagen. Doch die Erfahrung lehrt uns, dass es oft mehr ist, als zu Behandlungsbeginn prognostiziert wird. Daher ist die aktive Mitarbeit und Motiviertheit unserer Patienten ein wichtiger Meilenstein im Heilungsprozess. Von neurologischen Störungen betroffene Menschen entwickeln häufig falsche Bewegungsmuster, Schonhaltungen und Vermeidungsstrategien. Diese beruhen auf Ängsten über einen versagenden Körper. Störungen der Grob- und Feinmotorik oder Gleichgewichtsprobleme können im Arcanum behandelt und verbessert werden.

Oftmals müssen bei neurologischen Ausfällen Ersatzbewegungen oder -funktionen antrainiert werden. 

Ziel aller therapeutischen Bemühungen im Arcanum ist es, den Betroffenen durch intensives Training größtmögliche Sicherheit im Alltag oder im Berufsleben zu geben. Optimale Beweglichkeit, Mobilität und größtmögliche Selbstständigkeit sind keine Selbstläufer, sondern ein trainierbares Privileg. Indem Fachkräfte vieler Disziplinen im Arcanum ihre Kompetenzen bündeln, stehen den Patienten optimale Möglichkeiten für die Bewältigung der erworbenen neurologischen Störungen zur Verfügung. Manche Störungen benötigen einen langen Atem. Die Politik der kleinen Schritte ohne eine Überforderung des Patienten ist oft erfolgreicher als therapeutische Strategien, die zu viel vom Patienten einfordern. Jeder Mensch benötigt ein individuelles Trainingsprogramm, um schwere Erkrankungsfolgen zu bewältigen.

Beweglichkeit erwerben, erhalten und ausbauen

Es ist kein Zufall, dass wir für unsere neurologischen Patienten neben Medizinischer Trainingstherapie (MTT) auch Rehasport sowie geeignete Bewegungseinheiten durch Yoga, Pilates oder Nordic Walking anbieten. Vieles, was mit physiotherapeutischen, ergotherapeutischen und logopädischen Methoden erreicht werden kann, kann anschließend weiter trainiert werden. Oftmals sind Verbesserungen bei Bewegungsabläufen noch nach Jahren beständigen Bewegungstrainings erreichbar. In anderen Fällen verhindern sie ein Verlernen oder halten weitere Verschlechterungen durch neue Erkrankungsschübe in Schach.

08.01.2018: Neues aus der Logopädie – Bedeutung der achtsamen Sprache

Positivformulierungen: Achtsame Sprache fördert die Gesundheit

Die Bedeutung eines achtsamen Sprachgebrauches wird häufig unterschätzt. Worte sind nicht nur aneinandergereihte Buchstaben, sie erzeugen positive wie negative Gefühle. Durch die Nutzung entsprechender Worte können Sie Stimmungen erzeugen. Worte wecken Gefühle von Liebe, Hoffnung, Begeisterung, aber auch Angst, Unsicherheit und Hoffnungslosigkeit. Worte können uns lähmen oder kraftvoll sein. Ihre Macht liegt darin, dass sie unserem Inneren Bilder auslösen. Mit diesen Erinnerungen und Vorstellungen sind teilweise heftige Gefühle verboten. Von Mensch zu Mensch können die Bedeutung dieser Worte und die ausgelösten Gefühle sehr unterschiedlich sein. Sie hängen immer von den Erfahrungen ab, die wir mit dem jeweiligen Begriff gemacht haben.

Die psychologische Wirkung von Worten

Mit unserer Wortwahl können wir Gefühle und damit auch eine Gesprächssituationen beeinflussen. Es ist ein großer Unterschied, ob ich sage, „Ich bin total gestresst“ oder „Ich brauche etwas mehr Ruhe“. Schon das Wort Ruhe löst eine gewisse Beruhigung aus und kann sogar den Puls verlangsamen. Negativ besetzte Worte erzeugen unangenehme Gefühle, positiv besetzte genau das Gegenteil. Durch achtsamen Umgang mit Sprache können wir positiven Einfluss nehmen. Mediziner der Friedrich-Schiller-Universität Jena fanden heraus, dass bereits die Ankündigung von Schmerz, insbesondere das Wort „quälend“, das Schmerzgedächtnis aktivieren. Schon durch die Verwendung des Wortes kamen physischer Schmerz ausgelöst werden. Verneinende Aussagen erzeugen Stress. An der Freien Universität Berlin fand ein Forscherteam heraus, dass sich bei positiven Worten die Pupillen weiten, bei negativen aber verengen. Selbst die Körperhaltung ist bei einer positiven Sprache anders als bei einer negativen. Die positive Wortwahl erzeugt einen aufrechteren Gang, selbst Verspannungen können sich lösen. Je mehr positive Worte wie in den alltäglichen Sprachgebrauch einfließen lassen, desto gesünder wird unser Alltag aussehen. (Quelle: Zeitschrift „Forum Logopädie“/ März 2017).

Negativformulierungen fordern unbewusst zur Rebellion auf

Negativformulierungen lenken unseren Blick auf das, was nicht erwünscht ist, sie verunsichern und demotivieren. Um Aussagen verstehen zu können, muss das Gehirn jedem einzelnen Wort eine Bedeutung geben. Die Aufforderung: „Denken Sie nicht an einen rosa Elefanten!“ Ruft also genau das Bild des rosa Elefanten hervor, da sowohl das Wort Rosa als auch das Wort Elefant mit einem Bild verknüpft werden. Es ist medizinisch erwiesen, dass das menschliche Gehirn ein Nein mit deutlich mehr Aufwand verarbeiten muss als ein Ja. Ein Satz wie: „Fahre nicht so schnell mit dem Fahrrad!“ bedeutet, dass sich das Kind zunächst schnelles Fahren vorstellen muss, diesen Gedanken anschließend aus seinem Kopf verbannen und sich eine andere Strategie überlegen muss. Negative Formulierung haben häufig den Beigeschmack von Verboten und werden daher gerne ignoriert. Verbote sind fast immer mit schlechten Erinnerungen und Gefühlen verbunden. Es stellt sich Unmut, innerer Ablehnung oder offener Widerstand ein. Unbewusst verwenden die meisten Menschen mehr negative als positive Worte und erzeugen damit genau das Gegenteil dessen, was sie sich wünschen. Für alle, die beruflich viel mit anderen Menschen zu tun haben, ist ein entsprechendes Training sehr sinnvoll. Mit einer positiven Sprache können Sie jeden stärker zur Mitarbeit motivieren.

Die Wirkung von positiver Sprache

Worte können trösten oder verletzen. Manche negativen Formulierungen hängen uns noch Jahre nach. Mit diesem Wissen im Hinterkopf können wir tagtäglich Situationen positiv beeinflussen. Damit ist Sprache ein wirkungsvolles Instrument zur Gesundheitsförderung. Wir sollten auch im Alltag möglichst viele positive Wörter verwenden, zum Beispiel die Begriffe aufmerksam, achtsam, gemeinsam und behutsam. Positive Formulierungen haben nichts mit Schönfärberei zu tun. Sie erzeugen mehr Wohlbefinden in uns und in unserem Gesprächspartner. Dieser Effekt ist medizinisch erwiesen. Viele Gründe sprechen für eine bevorzugte Nutzung von Positivformulierungen. Wenn Sie gezielt positiv formulieren, vermeiden Sie überflüssige Diskussionen. Dieses Wissen nutzt das Gesundheitszentrum Arcanum in Leipzig gezielt bei der logopädischen und Gesundheitsprävention. Hier werden Menschen mit organischen oder funktionellen Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckbeschwerden behandelt. Unsere qualifizierten Fachkräfte arbeiten vernetzt mit Ergotherapeuten und anderen Spezialisten der Physiotherapie. Ziel ist immer die Wiederherstellung, Verbesserung und Erhaltung der stimmlichen Fähigkeiten und des Schluckvorgangs. In der Regel findet die logopädische Behandlung in Form einer Einzeltherapie statt. Bei Kindern heben wir den spielerischen Aspekt hervor und beziehen die Eltern stark in die Behandlung mit ein. Ein vertrauens- und respektvoller Umgang untereinander fördert das Therapieergebnis. Deshalb ist die positive Wortwahl aller Beteiligten von entscheidender Bedeutung.

30.03.2017: Neurofeedback- eine Alternative?

Vor 2,5 Jahren haben wir Neurofeedback als weitere Behandlungsform in unser interdisziplinäres Gesundheitszentrum integriert und sehen seither beindruckende Erfolge. Eingesetzt werden kann Neurofeedback bei folgenden Beschwerden:

ADHS, ADS, Schlafstörungen, Migräne, Tinnitus, chronische Schmerzen, Burnout, Depression, Epilepsie, Autismus, Schlaganfall, Suchterkrankung, Tic-Störungen, Tourette-Syndrom, Angststörungen odr nach einem Schlaganfall.

Weitere Informationen können Sie über den beigefügtem Fersehbericht des SWR erhalten. Oder Sie gehen einfach hier auf unserer Homepage auf den Menüpunkt „Therapiearten“ und dann auf „Neurofeedback“.

28.11.2016: Was ist Physiotherapie?

Die Physiotherapie trainiert den Körper spezifisch und wendet äußerliche Heilmittel an, die die Funktionen des menschlichen Körpers und die des Bewegungsapparates erhalten, verbessern oder wiederherstellen sollen. Bis vor einiger Zeit war die Physiotherapie noch unter dem Begriff Krankengymnastik bekannt. Mit ihrer Hilfe werden viele Krankheiten behandelt.

Wozu dient die Physiotherapie?

Im Zentrum der Anwendungen stehen die Funktionsfähigkeit von Körper und Bewegung. Beide können durch angeborene Fehlentwicklungen oder Erkrankungen sowie durch dauerhafte und tägliche Fehlbelastungen gestört werden. Mit der Hilfe der Physiotherapie werden die Störungen verbessert oder sogar komplett beseitigt. Die verschiedenen Beschwerden und Krankheiten werden im Laufe der Therapie je nach Krankheitsbild mit verschiedenen Verfahren behandelt, zum Beispiel mit und ohne Geräte, durch manuelle Therapien oder durch neurologisches Training, der sogenannten Bobath-Methode. Des Weiteren werden auch physikalische Maßnahmen eingesetzt, wie Elektro-, Wärme- oder Hydrotherapie. Mit diesen Therapien werden nicht nur gesunde Bewegungsabläufe unterstützt und erhalten, sondern auch Schmerzen gelindert, verspannte und geschwächte Muskeln kuriert oder die motorischen Entwicklungsphasen bei Kindern gefördert. Die Physiotherapie kann in jedem Alter zur Anwendung kommen. Meistens verordnen behandelnde Ärzte physiotherapeutische Maßnahmen. Sie stellen ein Rezept aus, damit der Patient ambulant behandelt werden kann. Nach Verletzungen oder Operationen kann die Physiotherapie auch im Krankenhaus erfolgen.

Die Physiotherapie als vorbeugende Behandlung

Allerdings werden nicht nur Erkrankungen behandelt und kuriert, denn die physiotherapeutische Anwendungen können auch verhindern, dass der Bewegungsapparat, Muskelgruppen und weitere Funktion überhaupt erkranken. Spezielle Übungen der Rückenschule beugen Bandscheibenvorfällen und Rückenschmerzen vor. Sie verbessern zudem verschiedene motorische Fähigkeiten, Ausdauer und Kraft. Auch das Herz-Kreislauf-System wird gestärkt, sodass der Körper vor weiteren Krankheiten wie Arteriosklerose, Osteoporose und Herzinfarkt geschützt wird. Das Einsatzgebiet in diesem Bereich ist enorm groß. Behandelt werden Symptome und Erkrankungen in Bezug auf Neurologie, Orthopädie und Psychiatrie. Nahezu jedes medizinische Fachgebiet wird im Rahmen der Physiotherapie ganzheitlich behandelt, damit chronische und akute Krankheiten gelindert, geheilt und behandelt werden. Dennoch werden am häufigsten Krankheiten aus dem Teilgebiet der Orthopädie behandelt. Vor allem Rückenbeschwerden werden mit physiotherapeutischen Maßnahmen gelindert. Darüber hinaus gehören auch Knochenbrüche, Risse und Zerrungen von Bändern, Muskeln und Sehnen bei Bänderrissen am Sprunggelenk oder Kreuzbandrissen, Geschlenkverschleiß, Gelenkersatz, Operationen an Gelenken und Wirbelsäule, Amputationen und entzündliche Erkrankungen der Gelenke zu den Gebieten, die durch die Physiotherapie behandelt werden.

Physiotherapie bei neurologischen Erkrankungen

Auch bei neurologischen Erkrankungen gehört die Physiotherapie zu den wichtigen Behandlungen. Bei Multipler Sklerose und Parkinson werden Verfahren wie die Therapie nach Vojta oder die Bobath-Methode angewendet, um die Symptome zu lindern oder zu verbessern. Dabei werden zum Beispiel alltägliche Fertigkeiten wie Greifen, Gehen und Stehen dauerhaft erhalten. Bei Schlaganfällen oder Schädel-Hirn-Traumata sind krankengymnastische Übungen ebenfalls behilflich, motorische Fähigkeiten weitestgehend wieder herzustellen.

Physiotherapie in der Pädiatrie

Auch im Bereich der Kinderheilkunde ist die Physiotherapie ein wichtiger Behandlungsbaustein. Kinder mit Entwicklungsstörungen werden mit verschiedenen Methoden behandelt, zum Beispiel bei geistigen Fehlentwicklungen, motorischen Störungen oder Autismus. In diesem Zusammenhang fällt es den Kindern schwer die Balance zu halten oder Arme und Beine kontrolliert zu steuern. Physiotherapeutische Maßnahmen helfen dabei, Körperbewegungen wieder besser zu koordinieren und den Körper verbessert wahrzunehmen. Zu früh geborene Kinder besitzen noch kein ausgereiftes Muskel- und Nervensystem, außerdem stellt die Schwerkraft für sie noch eine große Herausforderung dar. So kann es schneller zu Fehlhaltungen kommen. Physiotherapeutische Maßnahmen unterstützen zu früh geborene Kinder bei der Entwicklung und beugen Fehlhaltungen vor.

Physiotherapeutische Maßnahmen bei internistischen Erkrankungen

Bei internistischen Erkrankungen wird die Physiotherapie ebenfalls als begleitende Maßnahme eingesetzt. Asthma bronchiale, Mukoviszidose oder chronische Lungenerkrankungen werden mit der sogenannten Asthmatherapie behandelt und gelindert. Eine Atemtherapie lehrt Asthmatiker spezielle Atemtechniken, die bei Atemnot behilflich sind. Des Weiteren ist der Physiotherapeut auch in der Lage, eine verschleimte Lunge zu behandeln, indem er sie ausklopft und so das Abhusten vereinfacht. Doch nicht nur Atemwegserkrankungen werden mit physiotherapeutischen Maßnahmen gelindert, sondern auch Magen-Darm-Erkrankungen wie Stuhlinkontinenz, Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck und Herzinfarkt oder Störungen an Organen wie Blase, Nieren und ähnliches.

Physiotherapie bei psychiatrischen Erkrankungen

Im Rahmen der Psychiatrie werden ebenfalls physiotherapeutische Maßnahmen eingesetzt, um die Behandlung erfolgreicher zu gestalten. Dabei wird die enge Verbindung von Psyche und Körper genutzt. Vielen Menschen mit Depressionen fällt es häufig schwer, sich selbst zu motivieren, um aktiver zu werden. So verschlechtert sich oft ihre Stimmung. Mit physiotherapeutischen Maßnahmen wird dem entgegengewirkt, da gezielte Übungen dazu motivieren, sich mehr zu bewegen und aktiver am Alltag teilzunehmen. Bei Schizophrenie kann die Physiotherapie ebenfalls unterstützend wirken. In akuten Phasen tritt häufig eine Bewegungsstarre ein, bei denen sich viele Menschen häufig gar nicht mehr bewegen können, obwohl das Bewusstsein nicht getrübt ist. Bestimmte Methoden der Physiotherapie helfen, diese Starre zumindest zum Teil wieder zu lösen.

In vielen Fällen hilft die Physiotherapie, die Lebensqualität wieder zu verbessern

29.10.2017: Neurofeedbackbeitrag

Anbei finden Sie einen  TV-Kurzbericht zum Thema Neurofeedback. Seit Janaur 2015 behandeln wir in unserem Gesundheitszentrum mit dieser Therapie Patienten mit den unterschiedlichsten Krankheitsbildern. Diese sind u.a.:

  • AD(H)S
  • Burnout
  • Depression
  • Tinnitus
  • Epilepsie
  • Schlafstörungen
  • Migräne
  • Kopfschmerzen
  • Parkinson
  • Demenz
  • Schmerzpatienten
  • Traumata, nach Kopfverletzungen
  • etc.

 

Neurofeedback kann im Rahmen der Ergotherapie durchgeführt werden. Weitere Informationen erhalten Sie hier auf unserer homepage unter der Rubrik Therapiearten und dann unter dem Menuepunkt Neurofeedback.

 

23.09.2016: Medizinische Trainingstherapie (MTT) bei Rückenschmerzen

Medizinische Trainingstherapie kann Rückenoperationen verhindern

Die Ergebnisse aktueller Umfragen sind eindeutig: über 70% der deutsche Bevölkerung, die älter als 30 Jahre sind, hatten bereits einmal oder öfters mit Rückenschmerzen zu kämpfen. Was ist genau damit gemeint? Darunter versteht man Schmerzen über einen längeren Zeitpunkt im Rückenbereich. Betrifft das nur eine gewisse Altersgruppe? Die Umfragen legen offen, dass es sowohl Menschen mittleren Alters, als auch ältere Menschen betrifft. Die Ursachen können unterschiedlicher Natur sein. Es betrifft vor allem die Lendenwirbelsäule, (in der Physiotherapie auch als LWS bezeichnet), die knapp zwei Drittel der Befragten als Schmerzpunkt angibt. Etwas mehr als ein Drittel der Befragten hat Probleme mit der Halswirbelsäule (HWS). Mittlerweile sind die häufigsten Gründe einer Krankschreibung auf Rückenbeschwerden zurückzuführen. Die meisten Rückenschmerzen kommen und gehen wieder – sind also unstetig. Je nach nachdem wie die körperliche und seelische Belastung des Menschen sich darstellt. Allerdings bleibt es oft nicht nur bei Schmerzen. Begleitend dazu kommt es bei vielen Menschen, im Bereich des Rückens, zu einer eingeschränkten Beweglichkeit. Das führt oft zu einer gekrümmten Haltung. Die Probleme können so massiv werden, dass eine längere Arbeitsunfähigkeit bis hin zu einer Frühverrentung keine Seltenheit darstellt. Wie können sich Betroffene gegen solche Entwicklungen wappnen?

Was tun bei Rückenschmerzen?

Viele Betroffene versuchen erst einmal den Schmerzen anhand von diversen am Markt erhältlichen Schmerzmittel zu betäuben. Diese Mittel sollen Entzündungen reduzieren und somit dem Schmerz die Grundlage entziehen. Diese Strategie funktioniert aber nicht auf Dauer, wenn das Übel der Problematik nicht an der Wurzel gepackt wird. Medikamente sind für diverse Organe, wie zum Beispiel die Nieren und den Magen, nicht besonders förderlich. Bei wem diese Medikamente keine Wirkung zeigen, bekommt sehr oft vom Arzt die Empfehlung, gegen die Schmerzen operativ vorzugehen. Bei Operation werden sehr gerne Wirbel versteift. Die Ergebnisse unterschiedlicher Studien zeigen aber auch auf, dass damit den wenigsten Patienten geholfen ist. Viele Befragten gaben als Antwort auf die Frage: wie der Zustand nach der Operation war, an, dass die Schmerzen und damit die Probleme zugenommen hätten.

Welche Möglichkeiten ergeben sich für Betroffene, wenn Operationen keine Lösung darstellen?

Immer mehr Patienten entdecken für sich die Möglichkeit des Muskelaufbaus, um damit die Haltung zu stabilisieren und die Schmerzen zu reduzieren. Mit der medizinischen Trainingstherapie, kurz auch MTT genannt, ist das möglich. Zwar lassen sich mit MTT auch keine gravierende Probleme, wie zum Beispiel das Ausstrahlen der Schmerzen in die Beine, wie es bei einem eingeklemmten Nerv vorkommt, beheben, aber einer große Anzahl an restliche Ursachen des Rückenleidens kann mit dem MTT erfolgreich zu Leibe gerückt werden.

Viele Neupatienten, die unsere Physiotherapeuten mit Rückenschmerzen behandeln, kommen bereits mit einem Operationstermin zu uns, und sind dann ganz überrascht, dass sich in kurzer Zeit durch schonendes Gerätetraining, und unter Aufsicht eines qualifizierten Physiotherapeuten, die Rückenproblem von mal zu mal reduzieren lassen. Nahezu alle Patienten verzichten daraufhin auf eine Operation und berichten übereinstimmend, dass durch das stetige Training des Rückens,  die Probleme signifikant weniger wurden – bis hin zur kompletten Beseitigung. Allerdings stellen unsere Therapeuten auch immer wieder fest, dass wenn Menschen mit Rückenprobleme nicht dauerhaft ihre Verhaltensweise ändern oder / und ihr MTT- Training regelmäßig durchführen, dass dann die Probleme sehr wahrscheinlich wieder auftreten.

Was passiert beim MTT genau und warum sind Muskeln für uns Menschen so wichtig?

Das MTT baut die Muskulator auf und bildet damit wie ein Art Gerüst, das den Menschen in seinen Bewegungen stabilisiert. Alle bekannten Studien der letzten Jahre kommen zum gleichen Ergebnis: der Mensch bewegt sich heutzutage deutlich weniger, als noch vor zwei oder drei Jahrzehnten.  Die sitzende Tätigkeit hat deutlich zugenommen. Sei es bedingt durch Bürotätigkeit, als auch durch ein eher passiveres Freizeitverhalten vor dem Computer oder Fernseher. Wenn zudem der Sport noch ausbliebt, baut die Muskulatur stetig ab. Die Muskulatur ist für uns Menschen aber von elementarer Bedeutung, wenn es darum geht, die Last, die auf der Wirbelsäule, bzw. auf den Gelenken liegt, mitzutragen und uns damit wieder in eine aufrechte Haltung zu bringen. Wenn die aufrechte Haltung nicht mehr gegeben ist, stellen sich schnell Schmerzen ein und die führen wiederum dazu, dass der Mensch eine schonende Haltung einnimmt, die den Rücken verkrampft und die Muskeln nachhaltig verkürzt. Dem kann man mit dem MTT-Training erfolgreich entgegenwirken.

Was sind nun zusammengefasst die Vorteile des MTT?

– Muskelaufbau – damit wird auch Arthrose verhindert.
– Beseitigung von Dysbalancen in der Muskulatur.
– Verringerung, bzw. Beseitigung von Schmerzen.
– Über 78 Prozent der Operationen können durch eine aktives MTT-Training vermieden werden.
– Verbesserung der Beweglichkeit und des Lebensgefühl.

20.09.2016: Medizinische Trainingstherapie (MTT)

Anbei finden Sie ein Interview, das der Stadtanzeiger mit uns geführt hat.

Stadtanzeiger: Ihr Gesundheitszentrum arcanum, das Sie im Januar 2010 in Ludwigsburg eröffnet haben, ist in den Bereichen Physiotherapie, Ergotherapie, Neurofeedback, Logopädie, Rehasport, Betriebliche Gesundheitsförderung und in der Medizinischen Trainingstherapie tätig. Wie wurde in den letzten sechs Jahren Ihr Angebot angenommen und warum haben Sie diese sieben Fachbereiche in Ihr Gesundheitszentrum integriert?

Nadine Erning: Wir sind mit der Resonanz der Patienten sehr zufrieden und spüren nach wie vor eine große Nachfrage nach unserem Angebot. Aktuell beschäftigen wir über 30 Mitarbeiter und konnten vor einigen Monaten eine weitere Therapiefläche in unser Gesundheitszentrum integrieren. Vor dem Start des Gesundheitszentrums haben wir damals über 18 Monate an unserem Konzept gearbeitet. Dabei sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass die Zusammenarbeit der vier Fachbereiche Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und dem Medizinischem Gerätetraining die Zukunft in der Therapie darstellt. In den letzten Jahren konnten wir noch die Bereiche Rehasport, Neurofeedback und die Betriebliche Gesundheitsförderung in unser Gesundheitszentrum integrieren.

Dadurch sind wir in der Lage, noch zielgerichteter und umfassender auf die gesundheitlichen Probleme unserer Patienten einzugehen. Viele Krankheiten erfordern eine fachübergreifende Therapie. Unsere Patienten schätzen bei Terminabstimmungen vor allem die kurzen Wege und die einheitliche Behandlungsphilosophie. In der jährlich stattfinden Patientenumfrage werden als Pluspunkte immer auch Themen wie berufserfahrene Mitarbeiter, Freundlichkeit und gute Erreichbarkeit besonders hervorgehoben. Zudem legen wir sehr viel Wert auf das Wohlfühlerlebnis für den Patienten, das sich in unseren weiteren Serviceleistungen und der designorientierten Innenarchitektur widerspiegelt.

Stadtanzeiger: Einen Fachbereich stellt die Medizinische Trainingstherapie, auch kurz MTT genannt, dar. Was hat es damit auf sich und welcher Zweck wird damit verfolgt?

Nadine Erning: Das MTT wird eingesetzt, um beispielsweise Muskeldysbalancen des Patienten zu korrigieren, die aufgrund einseitiger Belastungen (zum Beispiel Büroarbeit) entstehen. Oder auch nach Operationen, um die Muskulatur generell wieder zu kräftigen. An unseren modernen Geräten trainiert der Patient mit einem auf ihn abgestimmten Trainingsplan stets unter Betreuung eines extra dafür ausgebildeten Physiotherapeuten.

Stadtanzeiger: Wo liegt der Unterschied zwischen dem MTT-Training und dem Gerätetraining in den Fitnessstudios und wie gestaltet sich der Ablauf?

Nadine Erning: Ein wichtiger Unterschied ist, dass wir einen therapeutischen Ansatz verfolgen. Dies setzen wir mit der Betreuung durch berufserfahrene Therapeuten um. Das beginnt schon mit der Eingangsanalyse, mit der wir überprüfen, ob beim Patienten Kontraindikationen (Gegenanzeige) vorliegen und in welchem Umfang der Patient belastbar ist. Daraufhin erstellen wir auf den Patienten einen abgestimmten Trainingsplan. Durch die ständige Betreuung der Patienten während des Trainings durch unsere Physiotherapeuten, wird eine Fehlbelastung ausgeschlossen. Das Training selbst findet stets im Wechsel auf der Matte sowie an den geräuscharmen und sicheren Geräten statt, die vor allem auch ältere Patienten ansprechen. Durch die regelmäßigen Zwischenanalysen erkennt der Patient sofort, wie sich sein Zustand verbessert. Trainiert wird in kleinen Gruppen von sechs bis acht Personen sowie in einer angenehmen und farblich ansprechenden Atmosphäre. Die kleine Gruppengröße garantiert dem Patienten eine hohe Betreuungsqualität und wirkt sich motivierend für ihn aus. Ein weiterer Vorteil ist: es gibt keine Vertragsbindung. Der Patient kann also jederzeit aus dem MTT-Training aussteigen. Das Training dauert 60 Minuten und es werden 1-2 Trainingseinheiten pro Woche empfohlen.

Stadtanzeiger: Für welche Patienten ist das MTT-Training geeignet und für welche nicht?

Nadine Erning: Im Prinzip ist das MTT für Personen von 16 bis 99 Jahre geeignet. Alle Patienten mit Muskeldefiziten im Bereich Ausdauer, Kraft, Kraftausdauer und Koordination, sollten diese Therapie in Anspruch nahmen. Das kann zum Beispiel nach einer Hüftoperation, einem Kreuzbandschaden, bei Rückenschmerzen oder bei Gelenkverschleiß der Fall sein. Ebenso eignet sich das MTT für Patienten, die aufgrund einer chronischen Erkrankung eine verminderte Leistungsfähigkeit besitzen. Patienten, die nach einer Operation noch nicht belastungsstabil sind oder akute Schmerzen verspüren, sollten dagegen erst einmal über die Physiotherapie in den schmerzfreien Zustand gelangen, bevor sie mit der MTT beginnen.

Stadtanzeiger: Was kostet das MTT und übernimmt die Krankenkasse einen Teil der Kosten?

Nadine Erning: Die meisten Patienten kommen mit einem KGG-Rezept (Krankengymnastik am Gerät) zu uns. Bis auf die übliche Zuzahlung übernimmt die Krankenkasse die restlichen Kosten. Es ist auch möglich, dass die Krankenkasse nach §20 SGB V einen Großteil der Kosten übernimmt. Erst danach wird die MTT zur Eigenleistung. Das heißt, der Preis für das einzelne MTT-Training liegt bei lediglich 16,00 Euro. In diesem Preis ist die Mehrwertsteuer bereits enthalten. Hinsichtlich der optimalen Kostenabdeckung kann jeder Interessierte gerne ein kostenfreies Beratungsgespräch mit unseren Physiotherapeuten in Anspruch nahmen.

Stadtanzeiger: Frau Erning, wir danken für das Gespräch.

Nadine Erning: Gerne.

 

15.09.2016: Was ist Ergotherapie?

„Papa, was ist eigentlich Ergo? Und warum geht Mama zur einem Physio? Mein Freund Lucas bekommt jetzt Logopädie, was machen die da?“ Na, könnten Sie Ihrem Kind diese Fragen beantworten?

Herzlich willkommen auf unserer Seite „Aktuelles“, auf der wir nicht nur die oben gestellten Fragen beantworten, sondern auch die einzelnen Therapiearten näher erläutern werden. Viel Spaß beim Lesen.

Ergotherapie, Logopädie und Physiotherapie zählen zu den Gesundheitsfachberufen. Gemeinsam bilden sie die Voraussetzungen, um Patienten interdisziplinär optimal zu versorgen. Zum Beispiel nach einem Schlaganfall, bei Problemen im neurologischen Bereich, oder bei verzögerter Sprachentwicklung, nach einem Arm- oder Beinbruch – und auch bei langwierigen Erkrankungen und Reha-Maßnahmen, z.B. nach einem Krankenhausaufenthalt.

Was ist eigentlich „Ergo“?

Der Berufsverband der Ergotherapeuten definiert die Ergotherapie wie folgt: „Ergotherapie unterstützt und begleitet Menschen unabhängig ihres Alters, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt sind oder deren Einschränkung gefährdet ist. Ziel von Ergotherapie ist es, die Patienten bei der Durchführung für sie bedeutsamer Betätigungen in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und/oder Freizeit in ihrer persönlichen Umfeld zu stärken.“

Fort von der reinen Beschäftigungstherapie des 20. Jahrhunderts hat sich die Ergotherapie zu einer vielschichtigen Profession entwickelt. Ergotherapeuten arbeiten in den verschiedensten Bereichen der Gesundheitsversorgung, Prävention und auch Rehabilitation. Unterschieden werden folgende Fachbereiche, in denen sich ausgelernte Ergotherapeuten betätigen:

– Pädiatrie; beinhaltet die Arbeit mit Kindern
– Neurologie; alles, was mit Erkrankungen des Gehirns zu tun hat
– Geriatrie; hier ist die Arbeit mit älteren Menschen gemeint
– Handtherapie/Orthopädie
– Arbeitstherapie; Therapie zur Wiedereingliederung in die Arbeitswelt
– Psychiatrie; die Arbeit bei und mit psychisch kranken Menschen
– Onkologie; Therapie bei einer Krebserkrankung

Wie und wo arbeiten Ergotherapeuten?

Ergotherapeuten können in öffentlichen Einrichtungen (Psychiatrie, Krankenhaus, Rehabilitationseinrichtungen (Unfall/Operation, als auch Sucht/Abhängigkeit), in Werkstätten für Menschen mit Behinderung (körperlich, geistig und psychisch) und Altenpflegeeinrichtungen) angestellt sein, oder auch in privaten Praxen und Gesundheitszentren für ambulante Therapien arbeiten.
Damit wir als Gesundheitszentrum eine ergotherapeutische Behandlung durchführen können, benötigt der Therapeut eine Heilmittelverordnung (Rezept) des Hausarztes (Allgemeinarzt, Internist). Ein „Rezept“ ausstellen darf er (noch) nicht. Neben der vom Arzt festgestellten Diagnose (der zu behandelnden Erkrankung/Störung) ist hierauf auch das Heilmittel festgelegt. Hierbei gibt es vier verschiedene Möglichkeiten:
– sensomotorisch-perzeptive Behandlung. Bedeutet, alles, was mit der Sensorik und der Wahrnehmung zu tun hat. Hierunter fallen z.B. Auffälligkeiten wie AD(H)S, graphomotorische Einschränkungen oder Entwicklungsverzögerungen.

– motorisch-funktionelle Behandlung: Hierunter fällt alles, was Skelett und Muskelapparat betrifft, z.B. auch die Handtherapie, eingeschränkte Arm- und Beinbeweglichkeit und vieles mehr.

– psychisch-funktionelle Behandlung: diese Behandlung wird bei psychischen Erkrankungen verschrieben. Als Beispiele seien Depressionen, Schizophrenie oder Verhaltensstörungen aufgeführt.

– Neuro-physiologische Behandlungen/Hirnleistungstraining (HLT):  wird unter anderem verschrieben bei beginnender Demenz oder nach Erkrankungen, der Gedächtnis- und Konzentrationsfähigkeit.

Die moderne Ergotherapie bietet aber noch viel mehr Möglichkeiten. Zum Beispiel Kurse wie Rehasport, Entspannung etc. Auch das Neurofeedback, das wir in unseren Gesundheitszentren anbieten, wird dem Feld der Ergotherapie zugeordnet.

Üblicherweise wird die Erstverordnung als 10er Rezept ausgestellt. Das bedeutet, es dürfen maximal zehn Behandlungen durchgeführt werden, bevor eine neue Verordnung vom Arzt ausgestellt werden kann.

Zu Beginn findet bei uns im arcanum immer ein ausführliches und für den Patienten kostenfreies Erstgespräch statt. Im Rahmen dessen wir mehr über die Motive des Patienten erfahren wollen. Worauf legt er wert, was ist sein Ziel, etc? In diesem Erstgespräch wird auch die Anamnese erhoben. Das bedeutet, der Patient erläutert sein bisherigen, gesundheitlichen Lebensweg und gibt Auskünfte über die aktuelle gesundheitliche Situation. Je nach Schwerpunkt werden bestimmte Bereiche besonders genau besprochen und Testungen, so genannte Assessments, finden dann statt. Bei Kindern mit Auffälligkeiten spielt zum Beispiel schon die Schwangerschaft der Mutter und auch der Geburtsvorgang eine signifikante Rolle.
Bei älteren Menschen, die nach Schlaganfall zu uns in die Behandlung kommen, erfragen wir stets auch immer die persönlichen Wohn- und Lebensumstände. Denn für die meisten unserer Patienten spielt das Thema Selbständigkeit, eine nicht zu unterschätzende Rolle. Das heißt, diese Menschen möchten mit Hilfe der Ergotherapie schnellstmöglich wieder das Leben ohne Hilfsmittel und ohne jemand um Hilfe bitten zu müssen, selbst bewältigen können.

Es gibt viele Kleinigkeiten im Alltag, die zu großen Herausforderungen werden, wenn man nicht gesund ist. Und es gibt viele Tipps und Kniffe, die wir unseren Patienten mit auf den Weg geben, damit sie dann im Alltag besser klar kommen. Hierzu werden in den Behandlungseinheiten alle Fähigkeiten theoretisch und praktisch geübt, die dann im Privaten übernommen werden können.

12.09.2016: Neurofeedbacktherapie im arcanum – Psychose

In unserem Gesundheitszentrum, das wir auf Basis der Physiotherapie, der Ergotherapie, dem Neurofeedback und der Logopädie betreiben, behandeln wir immer mehr Menschen mit neurologischen Erkrankungen – vor allem auch mit Psychosen. Vor 5 Jahren lag die Anzahl der Patienten mit Psychosen bei uns in der Ergotherapie bei 2%. Aktuell behandeln über 6% der Patienten mit diesem Krankheitsbild. Diese Patienten nutzen bei uns die Möglichkeit des Neurofeedbacks, um ihren Zustand und ihre Lebensqualität zu verbessern. Was genau die Neurofeedbacktherapie bedeutet, und welche Möglichkeiten diese für Patienten bietet, können Sie unter der Rubrik Therapiearten einsehen. In diesem Artikel werden wir das Thema Psychose näher beleuchten.

Rund 1,2 % aller Deutschen leiden an der genetische Veranlagung einer Psychose. Psychotische Zustände kann auch derjenige erfahren, der unter Drogeneinfluss steht. Diese Zustand verändert sich aber wieder, wenn die Wirkung der Droge nachlässt.

Wer die Diagnose einer genetische Psychose einmal gestellt bekommen hat, der muss Zeit seines Lebens damit leben. Patienten mit einer Psychose können oftmals nicht mehr ihrer Arbeit nachgehen und werden in Folge dessen berufsunfähig. Eine Psychose hat immer zwei Schubphasen. Eine aktive und eine passive. Beide Phasen sind in ihrer Auswirkung und Art sehr unterschiedlich. Nicht selten kommt es vor, dass ein Patient während eines Schubs stationär in einer Klinik mit Neuroleptika behandelt werden muss. Während der Zeit, in der der Schub anhält, ist der Patienten praktisch zu kaum etwas mehr fähig. Viele einfache Themen des Lebens, wie zB. zur Bank zu gehen, oder die Wohnung zu reinigen, bzw. einkaufen zu gehen, können diesen Menschen bereits überfordern. Das Befinden und Wahrnehmung ist in dieser Phase sehr stark tangiert. Dieser Zustand wird in der aktiven Phase durch Medikamente nur bedingt besser. Bei sehr intensiven Schubphasen können aber selbst sehr gute Medikamente die Schübe nicht gänzlich auffangen.

In der passiven Phase, entstehen keine Schübe und ein normales Leben ist möglich. Viele Patienten gehen in diesen Zeit auch ihrer Arbeit geregelt nach. Trotzdem sind sie beeinträchtigt, da sie auch in dieser Phase ohne Medikamente nicht auskommen. Diese Medikamente sollen einen Schub rauszögern, unterdrücken, bzw. zeitlich weiter in die Zukunft verlagern. Es zeigt sich aber auch, dass selbst in einer passiven Phase der Patient nicht stressresistent ist, und und sehr viel Ruhe und viel Schlaf benötigt. Die Gefahr besteht aber weiterhin, dass wenn diese Patienen in sehr stressige Situationen kommen, sie labil und sogar psychotisch werden können. Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass Patienten mit einer Psychose nicht mehr so belastbar und lebensfähig sind, wie im Vergleich dazu ein gesunder Mensch. Patienten sind in einer passiven Phase trotzdem noch zurechnungs- und geschäftsfähig. Allerdings zeigen unsere Erfahrungen auch, dass diese Patienten oft eine starke Abneigung haben, ihre Angelegenheiten zu regeln. Sollte dieser Zustand erreicht sein, wird ein Betreuer notwendig, der für den Patienten die wesentlichen Angelegenheiten, wie notwendiger Papierkram, etc. erledigt. Das ist aber von Fall zu Fall unterschiedlich und hängt von der Schwere der Erkrankung ab.
Symptome einer Psychose

Eine Psychose zeigt sich durch eine Vielzahl an Symptomen. Das wesentliche Merkmal ist , dass das Denken dieser Menschen krankhafte Züge annimmt. Es entstehen Phantombilder die aus dem alltäglichen Geschehen zusammengesetzt sind. Es kann z.B. sein, dass der Patient im Café ein Gespräch mitbekommt und daraus eine Bestätigung für sein Trugbild, bzw. Phantombild erhält. Es geht soweit, dass wenn der Patient zB einen Film sieht, er der festen Überzeugung ist, dass alles was dort geschieht, mit ihm zu tun hat und er Botschaften daraus für sich erkennen will. Es können richtige Verfolgungsszenarien entstehen, in Folge dessen der Patient auch Todesängste erfährt. Einige Patienten mit einer Psychose sehen sich als Opfer in einer Welt, in der sie sich verfolgt fühlen. Andere Patienten wiederum halten sich für bekannte und berühmte Leute. Auswüchse gehen bis dahin, dass Patienten sich als Herrscher der Welt sehen. Gefährlich wird die Situation dann, wenn der Patient diese Wahnvorstellungen für absolut real nimmt. In der Phase davor, nimmt der Patient diese Fantasien zwar auch wahr, weiss aber, dass sie nicht real sind. In der sehr extremen, akuten Phase, wird es deshalb gefährlich für ihn und die Umwelt, da er davon ausgeht, dass er zB. eine Mission zu erfüllen hat, um andere Person zu schädigen.

Wenn der aktive Schub abebbt, dann verfallen diese Patienten oft in eine sehr depressive Haltung. Auch in dieser Situation kann es sein, dass der Patient nicht mehr alltagsfähig ist und Hilfe benötigt. Diese einsetzende, depressive Phase, kann über Wochen manchmal auch Monate andauern. Oft wird über einen sehr langen Zeitraum nicht bemerkt, dass eine Person sich nun in dieser Phase befindet, da sie sich relativ normal verhält. Ein Grund ist auch, wie unsere Therapeuten berichtigen, dass der Patient in dieser Phase aus Scham seine Gedanken nicht mitteilen möchte und sie für sich behält. Das führt aber zu einer Vereinsamung. Oft zerbrechen in dieser Zeit Freundschaften oder auch Ehen.

Abschließend sei gesagt: das wichtige im Umgang mit psychiotischen Patienten ist, dass wirklich jeder als Patient erst genommen und dem Grad seiner individuellen Erkrankung betrachtet wird. Ebenso wichtig ist es, dass der Patient bei den ersten Anzeichen dieser Erkrankung einen Arzt aufsucht, bzw. die Angehörige mit ihm zu einem Arzt gehen. Denn häufig empfindet der Patient sich nicht als behandlungsbedürftig, und weigert sich, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. In dieser Situation sollten Angehörige nicht zurückweichen, sondern auf einen Arzttermin bestehen.

Gerne stehen wir mit der Neurofeedbacktherapie dem Patienten in seiner Krankheitsphase zur Verfügung. Zwingend notwendig ist jedoch zuvor der Besuch beim Arzt. Im Rahmen der Ergotherapie kann anschließend Neurofeedback durchgeführt werden. Die Entscheidung darüber bleibt aber alleinig dem Arzt überlassen.