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20.09.2016: Medizinische Trainingstherapie (MTT)

Anbei finden Sie ein Interview, das der Stadtanzeiger mit uns geführt hat.

Stadtanzeiger: Ihr Gesundheitszentrum arcanum, das Sie im Januar 2010 in Ludwigsburg eröffnet haben, ist in den Bereichen Physiotherapie, Ergotherapie, Neurofeedback, Logopädie, Rehasport, Betriebliche Gesundheitsförderung und in der Medizinischen Trainingstherapie tätig. Wie wurde in den letzten sechs Jahren Ihr Angebot angenommen und warum haben Sie diese sieben Fachbereiche in Ihr Gesundheitszentrum integriert?

Nadine Erning: Wir sind mit der Resonanz der Patienten sehr zufrieden und spüren nach wie vor eine große Nachfrage nach unserem Angebot. Aktuell beschäftigen wir über 30 Mitarbeiter und konnten vor einigen Monaten eine weitere Therapiefläche in unser Gesundheitszentrum integrieren. Vor dem Start des Gesundheitszentrums haben wir damals über 18 Monate an unserem Konzept gearbeitet. Dabei sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass die Zusammenarbeit der vier Fachbereiche Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und dem Medizinischem Gerätetraining die Zukunft in der Therapie darstellt. In den letzten Jahren konnten wir noch die Bereiche Rehasport, Neurofeedback und die Betriebliche Gesundheitsförderung in unser Gesundheitszentrum integrieren.

Dadurch sind wir in der Lage, noch zielgerichteter und umfassender auf die gesundheitlichen Probleme unserer Patienten einzugehen. Viele Krankheiten erfordern eine fachübergreifende Therapie. Unsere Patienten schätzen bei Terminabstimmungen vor allem die kurzen Wege und die einheitliche Behandlungsphilosophie. In der jährlich stattfinden Patientenumfrage werden als Pluspunkte immer auch Themen wie berufserfahrene Mitarbeiter, Freundlichkeit und gute Erreichbarkeit besonders hervorgehoben. Zudem legen wir sehr viel Wert auf das Wohlfühlerlebnis für den Patienten, das sich in unseren weiteren Serviceleistungen und der designorientierten Innenarchitektur widerspiegelt.

Stadtanzeiger: Einen Fachbereich stellt die Medizinische Trainingstherapie, auch kurz MTT genannt, dar. Was hat es damit auf sich und welcher Zweck wird damit verfolgt?

Nadine Erning: Das MTT wird eingesetzt, um beispielsweise Muskeldysbalancen des Patienten zu korrigieren, die aufgrund einseitiger Belastungen (zum Beispiel Büroarbeit) entstehen. Oder auch nach Operationen, um die Muskulatur generell wieder zu kräftigen. An unseren modernen Geräten trainiert der Patient mit einem auf ihn abgestimmten Trainingsplan stets unter Betreuung eines extra dafür ausgebildeten Physiotherapeuten.

Stadtanzeiger: Wo liegt der Unterschied zwischen dem MTT-Training und dem Gerätetraining in den Fitnessstudios und wie gestaltet sich der Ablauf?

Nadine Erning: Ein wichtiger Unterschied ist, dass wir einen therapeutischen Ansatz verfolgen. Dies setzen wir mit der Betreuung durch berufserfahrene Therapeuten um. Das beginnt schon mit der Eingangsanalyse, mit der wir überprüfen, ob beim Patienten Kontraindikationen (Gegenanzeige) vorliegen und in welchem Umfang der Patient belastbar ist. Daraufhin erstellen wir auf den Patienten einen abgestimmten Trainingsplan. Durch die ständige Betreuung der Patienten während des Trainings durch unsere Physiotherapeuten, wird eine Fehlbelastung ausgeschlossen. Das Training selbst findet stets im Wechsel auf der Matte sowie an den geräuscharmen und sicheren Geräten statt, die vor allem auch ältere Patienten ansprechen. Durch die regelmäßigen Zwischenanalysen erkennt der Patient sofort, wie sich sein Zustand verbessert. Trainiert wird in kleinen Gruppen von sechs bis acht Personen sowie in einer angenehmen und farblich ansprechenden Atmosphäre. Die kleine Gruppengröße garantiert dem Patienten eine hohe Betreuungsqualität und wirkt sich motivierend für ihn aus. Ein weiterer Vorteil ist: es gibt keine Vertragsbindung. Der Patient kann also jederzeit aus dem MTT-Training aussteigen. Das Training dauert 60 Minuten und es werden 1-2 Trainingseinheiten pro Woche empfohlen.

Stadtanzeiger: Für welche Patienten ist das MTT-Training geeignet und für welche nicht?

Nadine Erning: Im Prinzip ist das MTT für Personen von 16 bis 99 Jahre geeignet. Alle Patienten mit Muskeldefiziten im Bereich Ausdauer, Kraft, Kraftausdauer und Koordination, sollten diese Therapie in Anspruch nahmen. Das kann zum Beispiel nach einer Hüftoperation, einem Kreuzbandschaden, bei Rückenschmerzen oder bei Gelenkverschleiß der Fall sein. Ebenso eignet sich das MTT für Patienten, die aufgrund einer chronischen Erkrankung eine verminderte Leistungsfähigkeit besitzen. Patienten, die nach einer Operation noch nicht belastungsstabil sind oder akute Schmerzen verspüren, sollten dagegen erst einmal über die Physiotherapie in den schmerzfreien Zustand gelangen, bevor sie mit der MTT beginnen.

Stadtanzeiger: Was kostet das MTT und übernimmt die Krankenkasse einen Teil der Kosten?

Nadine Erning: Die meisten Patienten kommen mit einem KGG-Rezept (Krankengymnastik am Gerät) zu uns. Bis auf die übliche Zuzahlung übernimmt die Krankenkasse die restlichen Kosten. Es ist auch möglich, dass die Krankenkasse nach §20 SGB V einen Großteil der Kosten übernimmt. Erst danach wird die MTT zur Eigenleistung. Das heißt, der Preis für das einzelne MTT-Training liegt bei lediglich 16,00 Euro. In diesem Preis ist die Mehrwertsteuer bereits enthalten. Hinsichtlich der optimalen Kostenabdeckung kann jeder Interessierte gerne ein kostenfreies Beratungsgespräch mit unseren Physiotherapeuten in Anspruch nahmen.

Stadtanzeiger: Frau Erning, wir danken für das Gespräch.

Nadine Erning: Gerne.