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17.01.2018: Interdisziplinäre Zusammenarbeit bei neurologischen Patienten im arcanum

Interdisziplinäre Zusammenarbeit bei neurologischen Patienten im arcanum

Unsere Patienten sind Menschen, die von schweren neurologischen Erkrankungen betroffen sind. Um alle Möglichkeiten auszuschöpfen, diese Menschen nach einem Schlaganfall oder einem Schädel-Hirn-Trauma mit der bestmöglichen Lebensqualität, Beweglichkeit und Eigenständigkeit auszustatten, bündeln wir im arcanum die Fachkompetenz verwandter Disziplinen. Für die Betroffenen bedeutet das nicht nur kurze Wege, sondern auch einen fachlichen Austausch unserer Spezialisten.

Neurologische Störungen betreffen nur selten ausschließlich den Bewegungsapparat. Auch das Sprachzentrum und andere Fähigkeiten können in Mitleidenschaft gezogen werden. Oft braucht es einen langen Atem, aktives Mitwirken der Betroffenen und ein indivuiduell optimiertes Therapiekonzept, um diesen Menschen zu helfen. Das Prinzip Hoffnung leitet uns bei allem, was wir im arcanum tun.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit verbessert die Chancen

Die bei uns gebotenen Therapien greifen sinnvoll ineinander und bauen aufeinander auf. Wir vereinen Spezialisten aus den Bereichen Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie unter einem Dach. Außerdem bieten wir für neurologisch erkrankte Patienten mit Bewegungseinschränkungen verschiedenster Art zur Nachbehandlung und Verbesserung des Erreichten geeignete Sportkurse wie Rehasport, Medizinische Trainingstherapie (MTT), Yoga, Pilates oder Nordic Walking.

Sowohl nach einem Schlaganfall oder einem Schädel-Hirn-Trauma, als auch bei Multipler Sklerose, Parkinson oder Demenzerkrankungen kann die engmaschige Betreuung zu Fortschritten führen, die niemand anfangs für möglich gehalten hätte. Durch angemessenes und konsequentes Training und die behutsame Heranführung des Patienten an das jeweils Machbare fühlen sich die Betroffenen durch unser motiviertes Fachkräfte-Team gefördert und getragen. Lähmungen an einer Körperseite oder mehreren Gliedmaßen erfordern konsequentes Training und eine erhebliche Umstellung bei gewohnten Bewegungsabläufen. Es bedarf einiger Anstrengung aufseiten des Betroffenen, um nach neurologisch bedingten Mobilitätsverlusten wieder aktiv am Leben teilnehmen zu können.

Ähnliches gilt bei Spastiken, bei MS-bedingten Schüben, die auch das Bewegungszentrum betreffen oder nach einer schweren Schädelverletzung. Monatelanges Koma kann den Bewegungsapparat ebenso schwer in Mitleidenschaft ziehen wie die Sprechfähigkeit. Fähigkeiten, die ehemals selbstverständlich waren, sind verloren gegangen. Sie müssen mühsam neu erlernt werden. Auch eine fortschreitende Amyothrophische Lateralsklerose (ALS) oder eine Querschnittlähmung stellen die Betroffenen vor gravierende Probleme. Die sehr unterschiedlich bedingten Bewegungsstörungen können im Arcanum unterstützend behandelt und erheblich verbessert werden. Die Bündelung verschiedener Disziplinen erleichtert es den Betroffenen, diese anstrengende Arbeit erfolgreich zu bewältigen.

Verbesserte Mobilität bedeutet Lebensqualität

Der Vorteil der Bündelung von spezialisierten Fachkräften liegt im kompakten Therapieprogramm, in der hohen Fachkompetenz unserer Behandler und im menschlichen Miteinander. 

Das Vertrauen in die Kompetenz unserer erfahrenen Therapeuten motiviert die Patienten, trotz aller erlebten Einschränkungen nicht aufzugeben. Verschiedene Behandlungsansätze in einem Kompetenzzentrum zu bündeln, verhilft unseren Patienten zu mehr Mobilität und Selbstständigkeit. Mittels krankengymnastischer Übungen, manueller oder physikalischer Therapie, Sprachtraining oder gezielten ergotherapeutischen Anwendungen können einige der erlebten Einschränkungen in geduldiger Zusammenarbeit vollständig zurückgedreht werden. An anderer Stelle kann die Wahrnehmung der Reizleitung verbessert oder ein neu erlernter Bewegungsablauf besser koordiniert werden.

Was für den Einzelnen erreichbar ist, kann niemand vorhersagen. Doch die Erfahrung lehrt uns, dass es oft mehr ist, als zu Behandlungsbeginn prognostiziert wird. Daher ist die aktive Mitarbeit und Motiviertheit unserer Patienten ein wichtiger Meilenstein im Heilungsprozess. Von neurologischen Störungen betroffene Menschen entwickeln häufig falsche Bewegungsmuster, Schonhaltungen und Vermeidungsstrategien. Diese beruhen auf Ängsten über einen versagenden Körper. Störungen der Grob- und Feinmotorik oder Gleichgewichtsprobleme können im Arcanum behandelt und verbessert werden.

Oftmals müssen bei neurologischen Ausfällen Ersatzbewegungen oder -funktionen antrainiert werden. 

Ziel aller therapeutischen Bemühungen im Arcanum ist es, den Betroffenen durch intensives Training größtmögliche Sicherheit im Alltag oder im Berufsleben zu geben. Optimale Beweglichkeit, Mobilität und größtmögliche Selbstständigkeit sind keine Selbstläufer, sondern ein trainierbares Privileg. Indem Fachkräfte vieler Disziplinen im Arcanum ihre Kompetenzen bündeln, stehen den Patienten optimale Möglichkeiten für die Bewältigung der erworbenen neurologischen Störungen zur Verfügung. Manche Störungen benötigen einen langen Atem. Die Politik der kleinen Schritte ohne eine Überforderung des Patienten ist oft erfolgreicher als therapeutische Strategien, die zu viel vom Patienten einfordern. Jeder Mensch benötigt ein individuelles Trainingsprogramm, um schwere Erkrankungsfolgen zu bewältigen.

Beweglichkeit erwerben, erhalten und ausbauen

Es ist kein Zufall, dass wir für unsere neurologischen Patienten neben Medizinischer Trainingstherapie (MTT) auch Rehasport sowie geeignete Bewegungseinheiten durch Yoga, Pilates oder Nordic Walking anbieten. Vieles, was mit physiotherapeutischen, ergotherapeutischen und logopädischen Methoden erreicht werden kann, kann anschließend weiter trainiert werden. Oftmals sind Verbesserungen bei Bewegungsabläufen noch nach Jahren beständigen Bewegungstrainings erreichbar. In anderen Fällen verhindern sie ein Verlernen oder halten weitere Verschlechterungen durch neue Erkrankungsschübe in Schach.